Ausblick: Wie geht's weiter?
Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch einige Anregungen geben, wie Sie weitermachen können, wenn Sie alles, was in diesem Kurs vorkam, verdaut und erfolgreich umgesetzt haben. Es sind weiterführende Themen, die ebenfalls mit JSP und Servlet zu tun haben, aber für den Einstieg doch etwas zu weit führen.
Wir haben in XML ähnliche Tags kennen gelernt, die in der JSP verwendet werden, um bestimmte Aufgaben nicht selbst in Java zu programmieren, sondern von Server erledigen zu lassen (z.B. <jsp:userBean.../>). Diesen Weg sind die Java-Entwickler weitergegangen und stellen Bibliotheken von zusätzlichen Tags zu Verfügung, die Sie für eine Fülle von Aufgaben verwenden können. Angefangen bei der JavaServerPages Standard Tag Library (JSTL) bietet beispielsweise die Apache Software Foundation unfangreiche Taglibs unter der bekannten Apache Lizenz an, die keine Wünsche offen lassen. Von einfachen logischen Verhalten über Formatierung der Ausgabe bis hin zu Datenbankzugriffen können Sie fast alles mit fertigem Code erledigen, den Sie über Tags in die JSP einbinden.
Einen Schritt weiter geht das Struts-Framework. Es arbeitet ebenfalls mit Tags, bietet aber die Möglichkeit, Templates und Fragmente mit JSP zu nutzen. Daneben bietet es eine enge Verzahnung von HTML-Form Feldern und ihrer Verarbeitung in den entsprechenden Servlets. Struts ist ein ausgesprochen nützliches und doch überschaubares Framework.
Ähnlich Struts sind JavaServer Faces, weitergehend in Richtung Content Management Velocity und Turbine.
Wenn Sie sich eher in Richtung Backend entwickeln wollen, sollte als nächstes Java Database Connectivity (JDBC) auf Ihrem Programm stehen. JDBC bilden eine Schicht zwischen Ihrer Applikation und der Datenbank und bieten Ihnen eine einheitliche Schnittstelle, die Ihrer Programmierung weitgehend unabhängig von der verwendeten Datenbank macht. Daneben ist JDBC recht einfach zu konfigurieren und leicht zu erlernen.
In einer Team Entwicklung wird meist die Kompilierung der Klassen, Erstellung der Dokumentation und das Deployment der Applikation und ihrer Ressourcen automatisiert. In aller Regel wird dazu das Java und XML basierte Build Tool Antverwendet. Ant beherrscht alle denkbaren Dateioperationen, kann Java Klassen erstellen, patchen, packen und ausführen und vieles mehr.
Als letzten Punkt möchte ich Ihnen das automatisierte Testen ihres Codes ans Herz legen. Schließlich ist es schön, wenn man nicht nur überzeugt ist, dass seine Applikation funktioniert, sondern das auch überprüfen kann. Bahnbrechend ist hier das JUnit - Framework, dass Ihnen das separate Testen einzelner Methoden Ihres Codes ermöglicht. Für die Web - Entwicklung ebenfalls nützlich HtmlUnit und HTTPUnit, die das Testen von Webseiten ermöglichen, indem sie einen Webclient simulieren.